Der Schnurrbart als unverzichtbares Element der körperbezogenen Praktiken bei den Alevîten und Bektaschiten
DOI:
https://doi.org/10.24082/2025.abked.529Schlagworte:
Sûfîsmus, Alevîten und Bektaschiten, körperbezogene Praktiken, Volkskunde, SchnurrbartAbstract
Diese Studie verfolgt aus der Perspektive körperbezogener Praktiken das Ziel, ein bislang unzureichend erforschtes Themenfeld zu beleuchten, indem sie die historischen, kulturellen und symbolischen Bedeutungen von Bart und Schnurrbart in den innerhalb des İslâmischen Glaubenssystems verorteten Alevîtisch-bektaschitischen Gemeinschaften untersucht. Ausgehend von der Annahme, dass der menschliche Körper durch Kultur geformt wird und Kultur zugleich sichtbar macht, wird aufgezeigt, dass Bart und Schnurrbart als Formen religiösen Ausdrucks fungieren. Im Unterschied zu sunnitischen und schiitischen Traditionen spiegeln die Bedeutungen körperlicher Symbole in Alevîtisch-bektaschitischen Gemeinschaften eine eigenständige Glaubens- und Lebensphilosophie wider. Aus diesem Grund ist die Analyse äußerer Ausdrucksformen wie Bart und Schnurrbart von zentraler Bedeutung für das Verständnis der Alevîtisch-bektaschitischen Kultur. In Alevîtisch-bektaschitischen Gemeinschaften werden Bart und Schnurrbart als Zeichen der Verschwiegenheit, der Bātinī-Tradition, des Widerstands und des Identitätsbewusstseins interpretiert und fungieren in diesem Sinne als Träger sowohl des individuellen als auch des kollektiven Gedächtnisses. Das Schneiden oder die spezifische Gestaltung von Bart und Schnurrbart beschränkt sich nicht ausschließlich auf religiöse Rituale, sondern ist zugleich zu einem Symbol religiöser Verbundenheit, spiritueller Schulung und historischer Zugehörigkeit geworden. Die vorliegende Studie zielt darauf ab, im Rahmen der körperbezogenen Praktiken von Alevîten und Bektaschiten die historischen, rituellen und kulturellen Bedeutungen von Bart und Schnurrbart herauszuarbeiten und damit sowohl zur volkskundlichen Forschung als auch zur wissenschaftlichen Literatur über die İslâmische Mystik beizutragen. Darüber hinaus zeigt diese Studie auf, wie der Körper als Sprache des Glaubens fungiert, wie kulturelle Identitäten sich konkret manifestieren und wie derartige Symbole zu einem historischen Feld des Widerstands werden. Methodisch stützt sich die Untersuchung auf die qualitative Forschungsmethode der Dokumentenanalyse. Schriftliche, visuelle und auditive wissenschaftliche Arbeiten zur Bart- und Schnurrbartkultur wurden mithilfe von Inhaltsanalyse und kritischer Diskursanalyse ausgewertet. Ergänzend wurden themenbezogene Abbildungen in die Studie aufgenommen, um das Verständnis des Gegenstands zu vertiefen.
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